Sektion Eissport

 

Auf einem zugefrorenen Teich Schlittschuh laufen oder Eishockey spielen kann fast jeder, aber einen eigens dafür präparierten Teich hat kaum jemand.
So oder so ähnlich dachten sich Werner Forker und Martin Fauck, als sie 1977/78 die Idee verfolgten, den alten Sportplatz, der sowieso sehr oft von der Röder geflutet wurde, zur Natureisbahn umzubauen.
Ein Damm und ein Zufluss musste her.
Aber wie sollte das ohne schwere Technik bewerkstelligt werden? Der damalige Kommandeur des Raketenstützpunktes der NVA in der Massenei Oberstleutnant Lehmann konnte in mehreren Gesprächen von dem Vorhaben begeistert werden, und versprach eine Raupe mit einem 4 Meter breiten Schiebeschild.
Die Raupe fuhr im „Geleitschutz“ eines Trabbis mit roten Flaggen zum Einsatzort.
Volle zwei Tage planierte die Raupe und schob die notwendigen Dämme auf. Ganze 2 Mal blieb die Maschine im weichen, nassen Untergrund stecken. Wieder kam die Hilfe vom Raketenstützpunkt. Diesmal mit schwerer russischer Technik. So viel Bewegung in Seeligstadt blieb manchen Augen nicht verborgen.
Dass diese Raupe mit Kettenantrieb ohne Tieflader und ohne staatliche Erlaubnis auf der Dorfstraße fuhr, war eine mittlere Katastrophe. Hatte die ganze Aktion eigentlich jemand erlaubt? Lagen für den Technikeinsatz die erforderlichen Genehmigungen vor?
Der amtierende Bürgermeister Helmut Frömmel und die Verantwortlichen mussten sich auf dem damaligen Rat des Kreises Bischofswerda rechtfertigen. Auch Oberstleutnant Lehmann musste sich verantworten – und stand zu seiner Entscheidung für die Initiative der Dorfjugend etwas zu tun. Am Ende ließen sich die Wogen etwas glätten und mit Verhandlungen der Abteilung für Sport- und Jugendfragen im Rat des Kreises Bischofswerda konnte der Eigeninitiative ein offizieller Charakter verliehen werden. Das Projekt hieß jetzt „Natureisbahn / Spritzeisbahn als Freizeit und Volkssport im VMI“ (VMI = Volks Massen Initiative – für die etwas jüngeren Leser).
Ab jetzt waren die Hürden nicht mehr ganz so hoch, nicht zuletzt da das Projekt im internationalen Jahr des Kindes (1979) zur Nutzung fertiggestellt werden sollte.
Ab 1980 wurde die Anlage immer weiter verbessert und mit Technik ausgestattet. Eine Beleuchtungsanlage verlängerte die Winterabende, ein elektrisch angetriebener Schneepflug, Eishobel und Eishockeytore kamen hinzu.
Aber auch Niederlagen mussten eingesteckt werden. Ein Versuch mit einer Großpumpe aus Greifswald scheiterte kläglich. 14 KW Leistungsaufnahme mit einem Vielfachen von Anlaufstrom konnte das Netz in Seeligstadt nicht hergeben.
Um die neu geschaffene Wasserfläche nicht verlanden zu lassen, gab es eine intensive Zusammenarbeit mit der Binnenfischerei Bautzen. Karpfen sollten das Gewässer sauber halten. Das Abfischen im Herbst wurde mittlerweile zum geschätzten Ritual.
Am 23. Januar 1982 gab es das erste Eissportfest in Seeligstadt, welches mit einem Schaulaufen der Eiskunstläufer vom SC Einheit Dresden begann. Ein Eishockeyspiel stand ebenso auf dem Plan wie der Wettbewerb im Eisstockschießen. Am Abend wurden extra für das „Eislaufen mit Fackeln“ die Scheinwerfer abgestellt.
1984 wurde die nächste große Herausforderung in Angriff genommen. Ein Mehrzweckgebäude mit Aufenthaltsraum zum Umziehen und Aufwärmen sowie ein Geräteraum und Toiletten sollten entstehen. Wieder waren es die begeisterten seeligstädter Eissportler, die das Heft in die Hand nahmen. Planung, Genehmigung und der Bau beanspruchten mehrere Jahre.
1987 konnte das 5. Eisfest bereits mit einer Lautsprecheranlage und Musik „veredelt“ werden. Kein Wunder, dass die Fangemeinde und die Helferschar ständig wuchs.
Heute danken wir den kühnen Vordenkern und allen nichtgenannten Helfern, die keine Mühen und Hürden gescheut haben.



Trainingszeiten:
Eishockey, Eisstockschiessen, Schlittschuhlaufen...usw.
nur in Saison nach Absprache




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